
“Israelis ver****t euch und verreckt in Qualen!” – dies ist der Slogan, unter welchem Jubelrufe und Applaus aus der Versammlung vor der israelischen Botschaft ertönten. Niemand reagiert negativ, niemand schreitet ein. Nicht die Journalisten (u. A. von Gazeta Wyborcza), nicht die Organisatoren vom Kollektiv Zaczyn – letztere jubeln selbst mit. Und auch die Behòrden reagieren nicht. Katarzyna, in eine orangenen Jacke gekleidet gekleidet, sagt kurz darauf:
“Ver****t euch aus dem Land, ihr F****!” – und kurz darauf: “Nächstes Mal gibt’s Krawall und eine ver****ten Tragödie! Ver****t euch nach Hause, also ins Nirgendwo! In die Hölle! Weg, weg!”
Daraufhin bricht noch größerer Jubel aus. Katarzyna wird durch diese Worte und ein anschließendes Interview zum Star im Profil von Mateusz Jarosiewicz – einem bekannten „Braunisten“, also Anhänger des rechtsextremen polnischen Politikers Grzegorz Braun. Jarosiewicz ist ein homophober, rassistischer und faschistischer Propagandist des Kremls in Polen, der dazu aufruft, Juden zu enteignen und des Landes zu verweisen.
Kurz bevor Katarzyna spricht, tritt die Gruppe “Stettin für Palästina” auf, die auch die “Akademie für Palästina” repräsentiert. Sie preist einen kürzlich verübten terroristischen Raketenangriff der Hamas auf israelische Zivilisten in Aschdod. Sie rufen außerdem: “Wir müssen den bewaffneten Widerstand unterstützen!” – gemeint sind die Terroristen der Hamas, des islamischen Djihad in Palästina und der PFLP. Anschließend skandieren sie zusammen mit der Menge unter anderem “Viva Intifada”. Später bespritzt die Gruppe den Zaun der israelischen Botschaft mit künstlichem Blut. “Stettin für Palästina” ist im Vorfeld durch einen Angriff auf eine andere „pro-palästinensische“ Aktivistengruppe aufgefallen – weil diese die terroristische Huthi-Miliz nicht gelobt hätten. Es wurde betont, dass diejenigen, die „das Rote Meer heroisch geschlossen haben“, gelobt werden sollten, und dass es die Pflicht aller sei, den “Widerstand” und seine Verbündeten zu unterstützen.
Auf der Demonstration zeigten sich in der Vergangenheit bereits von uns beschriebene Gruppen und Personen, darunter “partia razem” und Sanad – letzterer fordert kürzlich in der Öffentlichkeit den Mord sowie die anschließende Verbrennung all derer, die sich zum Existenzrecht Israels bekennen.
Andere Redner sprachen unter anderem davon, dass die polnische Regierung in der Hand von Zionisten aus Israel sei. Daher wird Polen das nächste Palästina. Und Zionismus sei vor allem das Werk der Familie Rothschild. Unter den Teilnehmern war auch ein Mann, der seine ehemaligen jüdischen Bekannten angriff und behauptete, ihre ethnische und religiöse Herkunft habe ihnen die Fähigkeit genommen, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.
Die gesamte Veranstaltung diente auch als Werbung für ein Konzert bzw. Event, das von “Zaczyn” organisiert wird – dafür verteilte man Flugblätter. Die Demonstration wurde musikalisch untermalt, meist durch elektronische Musik, mitunter aber auch durch einen Rap mit folgendem Text:
“Ich bin wie eine nukleare Waffe, eine tödliche Waffe.
Männer in Gaza graben Tunnel.
Allah ist Zeuge, wer wir sind.
Männer, die ihr Blut für dich vergießen werden.”
Das war eine Demonstration des äußersten, ja geradezu unvorstellbaren Antisemitismus, der sich aus uralten rassistischen und religiösen Motiven speist. Die Teilnehmer erklärten wiederholt, dass Juden kein Recht auf irgendeine Heimat hätten und ihr Platz in der Hölle sei. Israelis wurden mit Schimpfworten belegt und es wurde dazu aufgerufen, sie unter Qualen sterben zu lassen – ein völkermörderischer Sprachduktus, der direkt aus der rechtsextremen Propaganda der Neonazis stammt. Es fehlte auch nicht an Verschwörungstheorien über die Familie Rothschild und die Behauptung, die „polnische Regierung befinde sich in der Tasche der Zionisten“, was deutlich an die verleumderischen “Protokolle der Weisen von Zion” erinnert. Hinzu kam eine persönliche Ächtung von Juden, die als “unfähig zu Moral” dargestellt wurden. Im Ergebnis zeigte sich eine Mischung aus klassischen europäischen antisemitischen Mythen, nazistischen Parolen und islamistischer Rhetorik – ein Gesamtbild äußerster Hassrede und pogromartiger Stimmung.
Wir beschreiben die meisten anti-israelischen Demonstrationen nicht, weil uns dafür die Ressourcen fehlen. Oft lassen sich die bisherigen Berichte über einzelne Demonstrationen auch auf andere übertragen, da sich die meisten antisemitischen Handlungen dort in ähnlicher Form wiederholen – mit denselben Bannern und Parolen.
Diese Demonstration beschreiben wir jedoch, weil sie weitere rote Linien des Hasses überschritten hat, deren Überschreitung man sich zuvor kaum vorstellen konnte.
Aber auch, weil sie uns besonders betroffen macht – denn hinter ihr stehen Kollektive und Personen, mit denen wir einst gemeinsam gegen Faschismus und Hass gearbeitet hatten. Noch vor Kurzem freuten wir uns gemeinsam über den Freispruch der „Fünf aus Hajnówka“.
Und jetzt sehen wir, wie eben diese Personen und ihr Umfeld bei nazistischen Parolen zu Völkermord und ethnischer Säuberung jubeln.
[w tej części aż du nastėpnego tekstu różowego nie rozumiem jak muzyka elektroniczna wpływa w to,. Wbudowałem to ale] Wir können nicht tatenlos zusehen, wie die Szene der unabhängigen elektronischen Musik ihre eigenen Grundsätze bricht und zur Verbreitung rassistischen Hasses und zur Verherrlichung des Terrors von Faschisten dient. [i sorry, niestety nie wiem co to tekalg… Google mówi że to jakiś kodeks? Nie przetłumaczyłem tego…]
Wenn Aufnahmen von diesem Marsch nun von polnischen Faschisten gefeiert werden, ist das der endgültige Beweis, wie weit sich diese Bewegung von ihren ursprünglichen Idealen entfernt hat.
Man kann hier auch nicht unerwähnt lassen, was am 7. Oktober beim Nova-Festival geschehen ist. Terroristen der Hamas, des Islamischen Dschihad und der PFLP verübten ein Massaker an Israelis und Menschen aus aller Welt, die sich auf einem Festival unabhängiger elektronischer Musik trafen, um den Frieden zu fördern. Der Ort wurde bewusst in der Nähe von Gaza gewählt, um zu zeigen, dass Koexistenz möglich ist. Dort befanden sich auch Kibbuzim – linke, genossenschaftlich organisierte Dörfer, in denen auch Friedensaktivisten lebten, die den Palästinensern halfen. Im Gegenzug ermordeten die faschistischen Terroristen auf bestialische Weise 1.200 Menschen, verschleppten 300, vergewaltigten, brannten nieder und folterten. Und Polen, die angeblich dieselbe Szene, dieselbe Sensibilität und dieselben Ideale vertreten, senden nun statt Solidarität rassistischen Hass und Aufrufe zu Völkermord und ethnischer Säuberung in die Welt. Wir können dazu nur eines sagen: Nazi Punks fuck off.

Video der Demonstration:
https://www.facebook.com/wyborcza/videos/1066018242274748
Mehr über Mateusz Jarosiewicz:
https://natemat.pl/623231,modern-mokotow-osiedle-mieszkaniowe-archicom-w-warszawie
https://demagog.org.pl/fake_news/zachod-atakuje-sankcjami-apel-do-putina-zawiera-falszywe-tresci/









Dodaj komentarz